Herzlich willkommen!

Hier entsteht eine neue Homepage für das Gebäudemanagement-Projekt der Evangelischen Kirche der Pfalz: Räume für morgen – Kirchliche Gebäude 2030. Noch ist nicht alles fertig, aber in Kürze finden Sie hier weitere Texte.

Brief der Kirchenpräsidentin an die Presbyterien

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Presbyterinnen und Presbyter,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Gemeinschaft braucht Räume, Glaube braucht Orte. Auch in Zukunft. Kirchen, Gemeindehäuser, Kindertagesstätten, Pfarrhäuser sind nicht einfach Gebäude, sie stehen auch für Verkündigung, Seelsorge, Bildung, Diakonie. Sie dienen Gott und den Menschen. Deswegen sind sie uns wichtig, deshalb sind sie erhaltungswürdig. Aber nicht in diesem Umfang.

Zu viele unserer Gemeinden gehen mittlerweile finanziell in die Knie, weil allein die Instandhaltungsrücklage nicht mehr leistbar ist. Die derzeit rasant steigenden Energiekosten tun ein Übriges. Stehen dann noch größere Sanierungsmaßnahmen an, ist schnell Schicht im Schacht, weil dafür die weniger werdenden finanziellen Ressourcen bei weitem nicht ausreichen. Jedenfalls dann nicht, wenn jede einzelne Kirchengemeinde nur von den Baumitteln leben muss, die sie derzeit erhält.

Im Rahmen der letzten beiden Landessynoden haben wir uns ausführlich mit der Frage unserer Gebäudelast beschäftigt. Aus der Mitte der Synode kam im November 2021 ein Vorschlag, der dann im Mai 2022 als Gesetz beschlossen wurde: ein Projekt, mit dem bis 2030 30 % der Gebäudekosten und 90% des CO2 reduziert werden sollen. So soll weiterhin kirchliches Leben gewährleistet, die Verantwortung gegenüber dem Klimaschutz ernst genommen werden und alles auch bezahlbar sein. Und das geht nicht ohne Sie!

Sie sind die Fachleute vor Ort. Sie kennen Ihre Gebäude, Sie kennen die Menschen, Sie kennen Ihre Gemeinden. Deswegen sollen Sie auch mitentscheiden, mit welchen Gebäuden wir in die Zukunft gehen und für welche andere Perspektiven gesucht werden sollen. Das wird nicht zu schaffen sein, wenn jede Gemeinde für sich allein berät und entscheidet. Es wird nur gemeinsam gehen. Deswegen sieht das Projekt vor, dass Sie sich in der Region verbindlich zusammensetzen und miteinander reden. Mit den bereits bestehenden Kooperationsregionen, in denen viele ja schon seit Jahren zusammenarbeiten, ist ein guter Rahmen vorgezeichnet. Die dort erarbeiteten Vorschläge werden dann von der Bezirkssynode beschlossen.

Angesichts der vielen Transformationsprozesse, die vor Ort bereits stattfinden, fühlt sich das zunächst an wie eine zusätzliche Zumutung. In all den Fragen von Wandel, die unsere Gremien landauf und landab beschäftigen, braucht niemand ein weiteres Projekt, das Zeit und Kraft kostet. Aber ist es einfach nur ein weiteres Projekt? Oder kann die Entscheidung über unsere Gebäude nicht der Hebel sein, mit dem wir die Tür zu „Zukunft_Raum_Kirche“ aufsprengen?

In der Verständigung über die Gebäude, die gehalten und erhalten werden sollen, liegen doch auch die Entscheidungen darüber, was uns als Kirche wesentlich ist, wie unser Profil aussehen soll, wie und wo wir Raum für Menschen bieten wollen. Die zu Recht eingeklagte Diskussion über das, was uns als Kirche ausmachen soll, ist nicht zu trennen von den kirchlichen Orten. Insofern greift das Projekt „Räume für morgen“ viele Fragen auf, die unter Ihnen bereits diskutiert werden. Es kann eine echte Chance sein, gemeinsam zu einer zukunftsfähigen und menschenfreundlichen Gestalt von Kirche zu kommen, die fröhlich und im wahrsten Sinne des Wortes „erleichtert“ Gottes Wort in die Welt hinein ausrichtet.

Dennoch wird es auch um hart errungene Entscheidungen gehen, im Abschied von Gebäuden liegen auch immer Veränderung und Trauer. Das ist uns bewusst und darin wollen wir, so gut uns das möglich ist, beraten und begleiten. Den Text des Gesetzes und der Rechtsverordnung, weitere Informationen, Materialien und Antworten auf viele Fragen (FAQs) werden Sie auf der Homepage www.raeume-fuer-morgen.de finden, die derzeit eingerichtet wird. Mit einem Budget von insgesamt ca. 400.000 Euro wird dieser Prozess seitens der Landeskirche finanziell unterstützt, so dass es auch möglich sein wird, Fachleute hinzuziehen. Mit Ihren Fragen, die Sie vor Ort nicht klären können, können Sie sich unter der E-Mail-Adresse gebaeude2030(at)nospamevkirchepfalz.de an den Landeskirchenrat wenden.

In diesem Sinne hoffe ich darauf, dass Sie sich mit zuversichtlichem Herzen in dieses ambitionierte Projekt einbringen und mitreden in einem Gestaltungsprozess, an dessen Ende weniger reale Räume, aber dafür mehr Spielräume stehen werden, gemeinsam lebendige Kirche in dieser Welt zu sein.

Gottes Segen sei mit Ihnen in Ihren Beratungen!

Es grüßt Sie herzlich

Ihre
Dorothee Wüst
(Kirchenpräsidentin)